Aktuelle dfg-Ausgabe
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dfg - Gesamtausgabe 05 - 10
Mit Folgenden Einzelartikeln :
Netto: 29,85 Euro
Gesetzliche Sozialersicherung: Sozialwahlen 2011 - Bitte Aufstellung nehmen für eine Luxus-Farce
Gemeinsame Selbstverwaltung: IQWiG - Institutsleitung nach Gutsherrenart!?
Gesetzliche Krankenversicherung: Nur noch 167 - Nieder-sächsische IKK-/AOK-Hochzeit auf dem Genehmigungsweg
Ärzte: Hausarztverträge I - Das Tischtuch im HÄV beginnt zu reißen
Hausarztverträge II - Pest oder Cholera!? Oder: „Die Geister, die ich rief, die wird' ich…”
Personalia / Berliner Szene
Verlagsmitteilungen:
„dfg-Award 2010” - Bitte Poststellen und Sekretariate informieren
A + S aktuell - Das dfg-Brüderchen hat jetzt eine eigene Website
Dokumentation: VFA-Machtvakuum - BPI vertreibt heilige Politik-Kuh von der Pharma-Wiese -
Gesetzliche Sozialversicherung:
Sozialwahlen 2011: Bitte Aufstellung nehmen für eine Luxus-Farce(dfg 5 - 10) Den beiden alten Polit-Haudegen Gerald Weiß (62) und Klaus Kirschner (68) steht in den kommenden Monaten keine leichte Aufgabe bevor. Als Beauftragte der Bundesregierung sol- len der Ex-CDU-Staatssekretär mit aktuell einer Vielzahl von Schiedsmandaten und sein SPD-Pendant (langjähriger Gesundheitsexperte seiner Fraktion) die Vorbereitung der „Sozialwahlen 2011” nicht nur koordinieren, sondern auch deren Durchführung überwachen. Zu überwachen ist da eigentlich nicht viel, eher abzuhaken. Denn angesichts der Tendenz zu so genannten „Friedenswahlen” verkommt die größte Demokratieshow in bundesdeutschen Landen eigentlich von Mal zu Mal zur teuren Luxus-Farce, bei der sich Gewerkschafts- und Unternehmerverbandsfunktionäre im größten Einvernehmen die Mandate zuschanzen. Von einer politisch angedachten Reform des „Urnenganges” spürt man wenig - alle politischen Ansätze versickerten bisher.
Netto: 4,50 Euro -
Gemeinsame Selbstverwaltung:
IQWiG: Institutsleitung nach Gutsherrenart!?(dfg 5 - 10) Die „gemeinsame Erklärung” des Stiftungsrates und des Vorstandes der Stiftung für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen als Träger des gleichnamigen Institutes IQWiG vom 22. Januar 2010 war eindeutig: „Um die hervorragenden inhaltlichen Leistungen des Institutes nicht mit Diskussionen um ordnungsgemäße Verwaltungsabläufe zu belasten, halten Stiftungsrat und Vorstand die Fortsetzung der bisherigen Arbeit unter einem neuen Leiter ab 1. September 2010 für notwendig.” Damit war klar, daß der aktuell geltende Arbeitsvertrag des amtierenden IQWiG-Leiters, Prof. Dr. med. Peter Sawicki (52), nicht verlängert werden würde. Ganz ein- fach, wie im Wirtschaftsleben üblich. Man entschied sich, das Arbeitsverhältnis nicht weiter fort- führen zu wollen. Sawicki wurde weder - wie in manchen meinungsgesteuerten Medien herbeige- schrieben - „in die Wüste” geschickt, noch entlassen, noch abgelöst. Dem Internisten wurde ein- fach eine zweite Amtsperiode verweigert. Und eigentlich hat er sich diese Entscheidung der Gemeinsamen Selbstverwaltung selbst zuzuschreiben.
Netto: 8,50 Euro -
© IKKGesetzliche Krankenversicherung:
Nur noch 167: Niedersächsische IKK-/AOK-Hochzeit auf dem Genehmigungsweg(dfg 5 - 10) Der Verkehr auf der Fusionsautobahn der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) rollt unaufhaltsam weiter. Der nächste Zusammenschluß scheint in Kürze den zuständigen Bonner Aufsichtsbehörden zur Genehmigung vorzuliegen. Dann müssen sich das Bundesversicherungsamt (BVA) und das Bundeskartellamt (BKartA) um die geplante, kassenartenübergreifende Ehe zwischen der IKK Niedersachsen und der AOK Niedersachsen kümmern. Vor allem für das Kartellamt könnte der Fall knifflich werden, da das IKK-Lager sich mit Macht der Fusion entgegenstemmt.
Netto: 4,50 Euro -
Ärzte:
Hausarztverträge I: Das Tischtuch im HÄV beginnt zu reißen(dfg 5 - 10) Je mehr man das interne Geschehen im Deutschen Hausärzteverband (HÄV) betrach- tet, umso mehr muß man den Eindruck gewinnen, daß nicht nur die Nerven der Funktionäre blank daliegen. Nein, mittlerweile scheinen die Fronten so verhärtet zu sein, daß alte Freundschaften zerbrechen und in der Gefahr sind, zu unversönlichen Feindschaften zu denaturieren. Ob die Befriedigung von Geldgier oder Geltungsbedürfnis das wert sind? Für die Bestätigung dieses Eindruckes soll paradigmatisch der aktuelle, neueste Akt im niedersächsischen Vertrags-Fall herangezogen werden.
Netto: 8,50 Euro -
Ärzte:
Hausarztverträge II: Pest oder Cholera!? Oder: „Die Geister, die ich rief, die werd' ich …”(dfg 5 - 10) Es ist zu vermuten, daß der Bodensatz der hausärztlichen Basis in Deutschland nicht weiß, welches Danaergeschenk ihm der eigene Berufsverband mit den Selektivverträgen zur Hausarztzentrierten Versorgung (HzV) in die Praxen transferiert hat. Sie blicken nur auf die Honorarwerte, die ihnen ihre Regional- oder Bundesfürsten vom Deutschen Hausärzteverband (HÄV) als Ergebnisse präsentieren. Weitere Details sehen viele nicht - oder wollen sie nicht zur Kenntnis nehmen. Daß die Folgen der mittlerweile erfolgten Schiedssprüche sich negativ auswirken können, wird ihnen nicht „verkauft” bzw. erläutert. Den Krankenkassen stehen darüber hinaus viele Wege offen, sich der Folgen der ungeliebten Verträge gem. § 73b SGBV zu entledigen. So man- che Körperschaft scheint gar nicht wissen, welche Optionen ihr so zur Verfügung stehen.
Netto: 8,50 Euro -

Verlagsmitteilungen:
1. „dfg-Award 2010”: Bitte Poststellen und Sekretariate informieren
2. A + S aktuell: Das dfg-Brüderchen hat jetzt eine eigene Website1. „dfg-Award 2010”: Bitte Poststellen und Sekretariate informieren
2. A + S aktuell: Das dfg-Brüderchen hat jetzt eine eigene Website -

Dokumentation:
VFA-Machtvakuum: BPI vertreibt heilige Politik-Kuh von der Pharma-Wiese(dfg 5 - 10) Die neue Bundesregierung ist gewillt, die Verhältnisse der bundesdeutschen Arzneimittelhersteller zu den Krankenkassen auf eine neue Grundlage zu stellen. Schwarz-Gelb will in diesem Ausgabenbereich der Ge- setzlichen Krankenversicherung (GKV) endlich die Sparschraube anziehen. Bei den großen Konzernen müßten eigentlich alle Alarmglocken angeschlagen haben, beim Verband der Forschenden Arzneimittelhersteller (VFA) die Task Forces nur so vor Abwehrideen sprühen. Doch weit gefehlt: Beim Industrieverband mit achtstelligem Verwaltungsetat kümmert man sich wohl um die exakte Einhaltung von 20 €-Bewirtungsgrenzen (vgl. dfg 49 - 09, S. 8ff.) und auch sonst mehr um Internes (vgl. zuletzt dfg 4 - 10, S.8). Der Lobbyriese scheint aber durch die offenbare Entscheidungsunfähigkeit seines Vorstandes politisch ziemlich lahmgelegt zu sein. Eine „lame duck” nach U.S.-Muster ist nichts dagegen.
Netto: 11,85 Euro
Chance also für die Wettbewerber, das Macht- und Meinungsvakuum auszufüllen. Denn bei inhabergeführten oder mittelständisch geprägten Unternehmen muß der Vorstandschef oder Geschäftsführer nicht erst in den U.S.A. oder sonst in der Welt bei Subalternen nachfragen, ob er sich zu politischen Entwicklungen äußern oder verbandspolitischen Papieren zustimmen darf - er tut es einfach. Das könnte zu einer politischen Renaissance des altehrwürdigen Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie (BPI) führen. Er übernahm beherzt, schnell und flexibel reagierend die Branchenführung in einer Zeit, in der der VFA selbst gelähmt am Boden liegt und legte am 28. Januar 2010 ein eigenes, revolutionäres Reformkonzept vor, das der Verband selbst „vorurteilsfrei” nennt.
Gesetzt den Fall, der Berliner Gesetzgeber realisierte die BPI-Vorstellungen vollinhaltlich: Mit dem auf fünf Seiten festgehaltenen Ideenkonvolut würde das Verhältnis zwischen Arzneimittelherstellern und Krankenkassen vollständig auf den Kopf gestellt, Einzelverträge würden auf einmal herrschende Realität und hätten Vorrang und dürften für den Rest des Marktes preisbildend bzw. maßgebend für die Erstattungshöhe sein. Letztendlich vertreibt der BPI eine der letzten geheiligten Kühe der Industriepolitik von ihren angestammten satten Pharmawiesen in dem er die Grundlagen für zentrale Verhandlungs- und Konfliktlösungen schafft. Man wehrt sich nicht mehr gegen Kosten-Nutzen-Studien, fordert aber im Gegenzug Zeitfenster für deren Durchführung.
Wir dokumentieren die BPI-Kernsätze und ihre Begründung vollständig.